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Therapie mit Kurzzugbinden

Der Pütter-Verband®

Dieser Unterschenkelverband zur Behandlung venöser Beinleiden wurde erstmals in der Literatur 1952 von Gustav Pütter beschrieben. Seit dieser Zeit hat sich der auch als Warenzeichen geschützter Kompressionsverband bei der Behandlung des varikösen Symptomenkomplexes durchgesetzt und etabliert. Seit seiner Erstbeschreibung sind mehr als 50 Jahre vergangen – dennoch hat der Pütter-Verband® nichts von seiner Bedeutung eingebüßt, und trotz vieler chirurgischer Maßnahmen zur Behandlung von Venenleiden ist auch heute eine Phlebologie ohne den Pütter-Verband nicht denkbar.

Ein Beleg für seine Bedeutung sind die zahlreichen Erwähnungen und Beschreibungen in den Fach- und Lehrbüchern der Medizin und Pflege. Hier werden neben dem originalen Pütter-Verband® auch verschiedenste modifizierte Anlegetechniken vorgestellt.

Verwendet werden beim Pütter-Verband® zwei Kurzzugbinden (Pütterbinden), die paarweise zum Einsatz gelangen. So wird nach dem Anlegen der ersten Binde die zweite Binde gegenläufig über die erste Binde angewickelt. Diese Technik verhindert ein nachträgliches Lockern des angelegten Verbandes. Durch den Schereffekt der beiden gegenläufig angelegten Binden wird ein guter Halt erreicht. Aufgrund dieser Methode des Anlegens haften die beiden Binden gut aufeinander und rutschen auch bei längerem Tragen und viel Bewegung nicht vom Bein ab.

Pütterbinden gibt es in drei verschiedenen Breiten: 6 cm, 8cm, 10cm und 12 cm breit, sodass der Verband entsprechend dem Beinumfang und der Beinlänge individuell angelegt werden kann.

Wichtige Prinzipien eines guten Kurzzugverbandes

Für eine Kompressionstherapie mit Kurzzugbinden (Pütter-Verband® /Pütterbinde®/PütterFlex) als Basisbehandlung der chronisch venösen Insuffizienz gelten, unabhängig von der angewandten Methode, folgende Grundsätze:

  • ein guter Verband soll das Bein allseitig fest umschließen 
  • in seinem Andruck von distal nach proximal gleichmäßig nachlassen 
  • nirgends drücken oder einschnüren 
  • das Sprunggelenk sollte beim Anlegen des Verbandes 90° angewinkelt sein 
  • bei Bedarf sollte Auf- bzw. Abgepolstert werden