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Arbeitsdruck – Ruhedruck

Widerstand gegen sich ausdehnenden Muskel

Arbeitsdruck nennt man den Druck, den die Binde oder der Strumpf auf das Bein ausübt, wenn der Muskel angespannt wird. Der Druck entsteht durch die Ausdehnung des Muskels beim Anspannen gegen den Widerstand der Binde oder des Strumpfes.

Druck der Binde gegen entspannten Muskel

Ruhedruck nennt man den Druck, den die Binde oder der Strumpf auf das Bein ausübt, wenn sich das Bein in Ruhestellung befindet. Der Druck entsteht nur allein durch die Rückstellkraft des Bindengewebes.

Kontraindikationen

Kompressionstherapie sollte zum Beispiel nicht angewendet werden bei:

  • Fortgeschrittener arterieller Verschlusskrankheit
  • Dekompensierter Herzinsuffizienz 
  • Einem ABPI über 1,3 oder unter 0,8 
  • Unverträglichkeit auf verwendete Materialien

Die Kontraindikationen der einzelnen Produkte entnehmen Sie bitte vollständig den entsprechenden Packungsbeilegern.

Kurzzug – Langzug

Eine Kurzzugbinde enthält keine elastischen Fäden und hat daher eine geringe Rückstellkraft. Das heißt, die Binde stellt sich nach Ausdehnung nicht mehr in die ursprüngliche Lage zurück. Somit kann die Binde auch keine aktive Kraft auf das Bein ausüben und hat daher einen geringen so genannten Ruhedruck. Sie bietet aber dennoch ein starkes Widerlager für die sich ausdehnende Muskulatur beim Laufen – den so genannten Arbeitsdruck.

Eine Langzugbinde enthält elastische Fäden, die sich nach der Ausdehnung mit Kraft wieder in die ursprüngliche Lage zusammenziehen. Sie erzeugt deshalb einen hohen Ruhedruck. Bei der Muskelkontraktion beim Laufen dehnt sich das Material dagegen stark aus und erzeugt dabei einen nur geringen Arbeitsdruck. Wegen des hohen Ruhedrucks muss die Langzugbinde nachts entfernt werden, da die arterielle Durchblutung beeinträchtigt werden könnte.

LaPlace Gesetz

Das LaPlace Gesetz beschreibt das Verhältnis des Drucks zum Radius des umspannten Körpers. Je größer der Kurvenradius desto geringer wird die Kompression. Eine gleichmäßige Druckverteilung wäre somit nur bei einem ideal zylindrisch geformten Bein möglich. Daher ist die Auf- und Abpolsterung des Beines sinnvoll, um den Druck gleichmäßig zu verteilen und so eine gleichmäßige Kompressionswirkung zu erzielen.

In der Praxis werden daher plane oder konkave Flächen wie Fußrücken oder die Flächen neben den Achillessehnen aufgepolstert, um sie vollständig entstauen zu können. Vorsprünge mit kleinem Radius wie Fußkanten, der Knöchelbereich oder das Schienbein werden abgepolstert, um hier Druckschäden zu verhindern.

SSI – Static Stiffness Index

Der Unterschied zwischen dem Druck unter einem Kompressionsverband im Liegen und im Stehen bezeichnet man als SSI. Kurzzugbinden erzeugen einen höheren SSI als Langzugbinden. Je höher der SSI, desto stärker die Kompressionswirkung beim Laufen.